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Im Juni 2026 hat Google seinen neuen KI-Assistenten „Gemini for Home“ als Early Access in Deutschland gestartet. Er ersetzt schrittweise den bisherigen Google Assistant und verspricht natürlichere Gespräche, schnellere Reaktionen und komplexe Multi-Befehle.
Bei mir läuft Home Assistant ja schon seit einigen Jahren als zentrale Steuerung – ein Sprachassistent fehlt bei uns im Haus aber bisher komplett. Genau das will ich demnächst ändern, und zwar am liebsten mit einem lokalen LLM. Der Gemini-Start war für mich daher ein guter Anlass, mir beide Ansätze mal genauer anzuschauen: die bequeme Cloud-Lösung von Google und Home Assistant Assist als vollständig lokale Alternative.
Gemini for Home: Was ist neu?
Die wichtigsten Features
Google hat drei Kernfunktionen nach Deutschland gebracht:
- Ask Home: Fragen zum Smart Home stellen („Welche Lichter sind noch an?“)
- Home Brief: Personalisierte Zusammenfassung des Tages
- Help me create: KI-gestützte Erstellung von Automationen
Am spannendsten finde ich Gemini Live – natürliche Konversationen mit Unterbrechungen, Rückfragen und kontextbezogenen Antworten. Statt starrer Befehle kann man brainstormen, planen und komplexe Anweisungen geben. (Wobei man fairerweise sagen muss: Für das klassische „Licht an, Licht aus“ braucht es das alles nicht.)
Geschwindigkeit und Komfort
Google verspricht bis zu 40 % schnellere Ausführung alltäglicher Befehle. Multi-Befehle wie „Dimme die Lichter und stelle die Temperatur auf 20 Grad“ werden in einem Satz verarbeitet.
Was es kostet
| Variante | Preis/Monat | Feature |
|---|---|---|
| Kostenlos | 0 € | Basis-Sprachsteuerung |
| Standard | ~10 € | Gemini Live, „Erstelle für mich" |
| Advanced | ~18 € | Kamera-Sprachsuche (DE noch eingeschränkt) |
Neue Hardware
Der neue Google Home Speaker (99 €) erscheint 2026 in Deutschland – optimiert für Gemini. Dazu kommen drei neue Nest-Kameras* mit 2K HDR, die speziell für die Gemini-Kameraanalyse entwickelt wurden.
Einschränkungen
- Early Access bedeutet: Noch funktionieren nicht alle Features zuverlässig
- Einige Google-Assistant-Routinen müssen neu erstellt werden
- Kamera-Sprachsuche auf Deutsch noch fehlerhaft
- Premium-Funktionen erfordern ein Abo
Home Assistant Assist: Die lokale Alternative
So funktioniert der Wyoming-Stack
Home Assistant bietet mit Assist einen vollständig lokalen Sprachassistenten. Alle Komponenten – Wake-Word-Erkennung, Spracherkennung, Sprachausgabe – kommunizieren über das Wyoming-Protokoll und laufen auf eigener Hardware.

Hardware-Optionen
| Setup | Kosten | Leistung |
|---|---|---|
| Raspberry Pi 5 + ESP32-Satellit | ~100 € | Basis-Befehle, etwas Latenz |
| Mini-PC (N100) | ~150 € | Flüssig für small/medium Modelle |
| Mit GPU (RTX 3060+) | ~400 €+ | Natürliche Konversation mit LLM |
Die Home Assistant Voice Preview Edition* (~60 €) ist ein fertiger Sprachsatellit von Home Assistant – Plug & Play für alle, die nicht selber löten wollen.
Bei mir liegen für das Projekt übrigens schon ein Nvidia Dev Kit und ein kleiner Dell Mini-PC bereit. Gekauft habe ich beides schon vor einer Weile – umgesetzt ist davon noch nichts =)
LLM-Empfehlungen 2026
Für natürliche Konversationen (also das, was Gemini Live kann) braucht man ein lokales LLM. Meine aktuelle Übersicht nach VRAM:
- 8 GB VRAM: Qwen3 4B Instruct
- 16 GB VRAM: Qwen3-VL 8B
- 24 GB VRAM: Qwen3 30B (nahezu Cloud-Qualität)
Vorteile
- 100 % privat: Kein Byte verlässt das Netzwerk
- Keine Abokosten: Einmalige Hardware-Investition
- Offline-fähig: Funktioniert ohne Internet
- Unbegrenzt erweiterbar: Beliebig viele Räume mit ESP32-Satelliten* (~15 € pro Stück)
- Keine Vendor-Abhängigkeit: Läuft auch dann noch, wenn Google den Dienst einstellt
Nachteile
- Einrichtungsaufwand: Mehrere Stunden bis Tage
- Hardware-Investition: Für LLM-Qualität braucht man eine GPU
- Latenz: Ohne starke Hardware spürbar langsamer
- Weniger „schlau": Ohne LLM nur vordefinierte Befehle
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Gemini for Home | Home Assistant Assist |
|---|---|---|
| Einrichtung | 5 Minuten | 2–8 Stunden |
| Datenschutz | Cloud (Google-Server) | 100 % lokal |
| Laufende Kosten | 0–18 €/Monat | 0 € |
| Hardware-Kosten | 99 € (Speaker) | 60–400 €+ |
| Konversationsqualität | Exzellent | Gut (mit LLM) bis Basic |
| Latenz | Sehr niedrig | Hardware-abhängig |
| Offline | Nein | Ja |
| Smart Home Support | Matter, Google-Ökosystem | 2000+ Integrationen |
| Multi-Room | Ja (Google-Geräte) | Ja (beliebige Satelliten) |
Auf dem Papier gewinnt Gemini bei Komfort und Konversationsqualität ganz klar. Aus meiner Erfahrung mit anderen Cloud-Diensten würde ich die Zeile „Datenschutz" aber nicht unterschätzen - und die Zeile „Vendor-Abhängigkeit" steht nicht mal in der Tabelle. Google hat in der Vergangenheit schon so manchen Dienst eingestellt, und ein Smart Home baut man ja eher für die nächsten zehn Jahre als für die nächsten zwei.
Datenschutz: Was passiert mit den Daten?
Google Gemini for Home
Google speichert standardmäßig keine Audioaufnahmen auf den Servern. Allerdings werden:
- Interaktionsdaten (was ihr gefragt habt) gespeichert
- Daten für die Personalisierung genutzt
- Informationen in Google-Rechenzentren verarbeitet
Bisherige Interaktionen kann man unter „Meine Aktivitäten" einsehen und löschen.
Home Assistant Assist
- Keine Daten verlassen das Heimnetzwerk
- Keine Speicherung von Audioaufnahmen (außer man konfiguriert es selber)
- Keine Analyse durch Dritte
- Die Hardware steht bei euch im Haus – ihr habt die volle Kontrolle
Für wen eignet sich was?
Gemini for Home passt gut, wenn:
- ihr bereits ein Google-Ökosystem im Einsatz habt
- Plug & Play wichtiger ist als Datenschutz
- ihr natürliche Konversationen ohne Hardware-Investition wollt
- 10–18 €/Monat kein Problem sind
Home Assistant Assist passt gut, wenn:
- Datenschutz für euch oberste Priorität hat
- ihr bereits Home Assistant nutzt
- ihr einmalige Kosten statt Abo bevorzugt
- ihr gerne bastelt und optimiert
- Offline-Fähigkeit wichtig ist
Hybridlösung: Das Beste aus beiden Welten?
Interessanterweise schließen sich die Systeme nicht aus. Ein mögliches Setup:
- Home Assistant als zentrale Steuerung
- Assist für private Räume (Schlafzimmer, Büro)
- Gemini/Google für Gemeinschaftsbereiche (Wohnzimmer, Küche)
So nutzt man Geminis Konversationsstärke dort, wo es passt, und behält in den sensiblen Bereichen die Kontrolle. Ähnlich bin ich ja schon bei KNX und Zigbee vorgegangen - das Beste aus beiden Welten hat sich bei mir bisher immer bewährt.
Ich selber werde den Weg über Assist mit lokalem LLM gehen, sobald das Projekt bei mir ansteht - die Hardware wartet ja schon. Über die Einrichtung wird es dann natürlich auch wieder einen Artikel hier geben.
Wie sieht es bei euch aus? Nutzt ihr schon einen Sprachassistenten im Smart Home - Cloud, lokal oder beides? Und hat schon jemand von euch Assist mit einem lokalen LLM im Einsatz? Hinterlasst mir gerne ein Kommentar mit euren Erfahrungen.





